GROSSFAMILIE SAIMANI

SA(I)M(ANI) zu diesem Namen passen 11 Kinder doch viel besser als zu Maier, Müller oder Schulze


 Tja, mit so vielen Welpen hatte ich beim besten Willen nicht gerechnet, obwohl mich Imanis Kugelbauch schon auf "viele" vorbereitete - aber eben nicht auf "so viele". Bisher halten sich die Stresszeiten auch noch in überschaubaren Grenzen und die kleine Grossfamilie bereitet mir unheimlich viel Freude. Ich kenne jedes Familienmitglied und beobachte es auf seinen Charakter und seine Entwicklung. Nur Elaiza und Emmely sehen sich von oben unheimlich ähnlich - was sie bisher auch in ihrem Wesen sind. Es ist hochinteressant zu sehen, wie sich mit zwei Wochen schon ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt hat und Bande erst einmal wieder gelockert werden müssen. Ich komme nicht aus dem Schmunzeln, was sie sich wieder haben einfallen lassen und versuche, ihre Beweggründe zu verstehen - was für wunderbare Individuen. 


 

4.+ 5.Woche


 5. + 6.Woche

Nach der Hitze sind die Welpen nun erwacht und strotzen vor Energie. Während sie nach der morgendlichen Spielrunde wieder in zufriedenen Schlaf gesunken sind, habe ich mich an die Neugestaltung ihres Zuhause gemacht - in stiller Vorfreude auf ihre Reaktion - und die kam prompt. Voll Freude hoppelten sie, nachdem sie wieder wach waren, herum, erforschten neugierig das Neue, kletterten über die "Nagertreppe", trainierten ihren Gleichgewichtssinn am Kreisel und ich sass da, völlig im Glück und vergass die Welt um mich herum. Fotos gibt es momentan nicht so viele. Die Kleinen finden meinen Blitz nicht so angenehm und ich möchte sie weder verunsichern noch in ihrem wunderbaren Spiel stören.


 

Sie klettern über die "Nagerbrücke", springen durch den Tunnel, erproben die Hängebrücke, verstecken sich im Zelt und lieben das Wackelbrett  

- ja, das Wackelbrett. Ich glaube sie wollen testen, wieviel Hunde auf so einem Brett Platz haben und sie testen sehr ausgiebig. Es scheinen sowieso mitternächtliche Sitzungen statt zu finden, denn es werden bestimmte Absprachen getroffen. So wurde der Tunnel wohl zur momentanen Bisi-Toilette bestimmt und die Ecke hinten links, die Welpen wissen welche ich meine, zur Toilette für die grösseren Geschäfte. Tja, alles hat seine Ordnung. Wenn ich schon so faul bin und meine schlafen zu müssen, suchen sie sich eben eine Alternative zu ihren Vlieseinlagen, wenn diese mit den nächtlichen Seen überfordert sind. Vielleicht suchen sie aber auch nur ein bisschen Privatsphäre  - wir haben schliesslich auch einen geschlossenen Raum für diese Art von Tätigkeit. Trennen darf ich Familie Saimani nicht mehr, sonst rufen sie mich unter Protest lautstark. Sie gehören nun zusammen und teilen sich ihr Schlaflager genauso wie ihre Mütter, obwohl sich da doch öfters die tatsächlichen Familien finden. 


 

Wir sind nun eine richtig grosse Familie gewordenen und besonders Akira und Batido, sind mit Herz und Seele Ersatzeltern. Coco ist die "kleine Wilde", hervorragend geeignet für die stürmischeren Spiele. Akira bietet Trost und viel Geborgenheit, Pakuna weiss unendlich viele Spiele und ist immer dabei, Batido  kümmert sich rührend um ihr Wohlergehen und auch Funny kann dem Charme der elf nicht widerstehen und lässt sich zu einem Spielchen überreden. 


 

6.+7.Woche

Die blöde Menschenfrau will uns nicht glauben, dass Schwimmunterricht für kleine Hundebabys sehr wichtig ist und den könnten wir nun prima auf der Wiese nehmen. Es wäre auch gleichzeitig eine überaus gesunde Schlammpackung mit eingeschlossen - ideal für gesunde Haare und glänzendes Fell. Sie muss ein viel härteres Herz haben als wir dachten, denn wir jammern wirklich ganz entsetzlich. Dacapo ist ein hervorragender Vorsänger, unser grosses Vorbild und wir üben fleissig mit ihm, um die richtige Tonlage zu treffen - herzzerreissend traurig, anhaltend nervend - das muss zum Erfolg führen. Dazu noch den schmachtenden Hundeblick und die Türe geht auf - juhuuuuuuuuuuu, gewonnen.

7.+ 8. Woche

Wir sind nun gross geworden - und stark und wir sind ein tolles Team. Meist helfen alle zusammen, um ein Ziel zu verfolgen. Hunde brauchen Menschen und Menschen Hunde, darum lieben wir uns ja auch so, aber warum verlässt sie uns dann in der Nacht - das ist nicht fair. Mag sie und nicht mehr, wenn es dunkel wird? Gestern waren wir noch so lange zusammen Draussen, haben mit ihr auf und unter der warmen Decke gekuschelt und dann hat sie irgend etwas von spät genuschelt, uns ins Haus getragen - freiwillig wären wir auch nie gegangen, sie kennt uns - und dann war sie plötzlich fort. Wir müssen wohl etwas eingedöst sein, denn es wurde schon wieder hell, einige hatten sich nicht an die vereinbarten "Pippiplätze" gehalten und eine "Sauerei" veranstaltet, wir hatten Hunger und sie war nicht da - doch sie unterschätzt uns. Gemeinsam haben wir uns die Absperrung vorgenommen. Die Hinterbeinchen fest auf dem Boden, die Vorderbeinchen, gut bemuskelt, dagegengestemmt und dazu haben wir uns noch lautstark angefeuert. Leicht ging es nicht, denn umgefallen ist sie nicht. Allerdings ist unsere geliebte zweibeinige Mami aufgetaucht - vielleicht waren wir ein wenig zu laut - und ein bisschen scheint sie sich doch bewegt zu haben, denn durch ein Spältlein konnten sich die ersten zwängen. Wir werden fleissig weiter üben und sie einmal überraschend. Das wird sie sicherlich schrecklich freuen, denn sie muss uns doch auch fürchterlich vermissen. 
 

Eigentlich muss man zu den Fotos nichts hinzufügen, hoffe ich.  Die Tage sind ausgefüllt von fröhlichstem Spielen. Immer haben sie etwas vor , immer finden sie jemanden zum Spielen - und - sie sind extrem friedlich. Gestern waren wir wieder so lange draussen, bis das Gewitter zu nahe kam. Noch in der Dunkelheit hoppelten sie durch den Garten, galoppierten durch den Tunnel - der sich wohl vorzüglich für das Abhalten von Ringkämpfen eignet, oder man kann, wenn man Geduld hat, einen Ahnungslosen auflauern um sich dann erfüllt und zufrieden, an mich zu kuscheln. Gleich hinter der Hecke hatten die Nachbarn ein fröhliches Fest und ich denke niemand ahnte, dass da 11 Welpchen mit ihren Mamas und Tanten ein mindestens genau so fröhliches Fest feierten. Nur Coco muss noch lernen, dass fremde Geräusche nicht Feind und damit Lebensbedrohung bedeutet, gegen die man die schrillste Alarmanlage einsetzen muss. 


Ihr Lieblingsplatz Schlafplatz im Haus ist unter dem Sofa - da waren sich bisher alle meine Babys einig. Ein wunderbar geborgenes Versteck, hervorragend geeignet um sich bei Besuch erst einmal einen Überblick über die Lage zu verschaffen und zu beobachten. Es ist auch der Ort an den meine geliebten Kleinen blitzschnell verschwinden, wenn das erste ihrer Geschwister abgeholt wurde und die nächsten Familien in freudiger Erwartung auftauchen. Da können Tage dazwischen liegen - ich habe meist keine Welpchen mehr. Man hat das Gefühl, dass sie totenstill noch den Atem anhalten. Das macht die Trennung natürlich nicht leichter und wirkt manchmal vielleicht auch etwas bedrückend und enttäuschend, aber so schnell ist alles vergessen, Liebe, Vertrauen, neue Eindrücke und viel Aufmerksamkeit strömt ihnen entgegen und lassen die Babyzeit auf einen warmen, kleinen und beglückenden Sonnenstrahl, der sie hoffentlich ganz in ihrem Innersten immer begleitet, zusammenschrumpfen. Bald ist es wieder so weit.